Samstag, 16. August 2014

Depri-Tag

Heut ist mal wieder so ein richtiger Depri-Tag; der perfekte Abschluss einer ganzen Depri-Woche. Ich hab das Gefühl, als würde ich mich mit jedem Atemzug nur noch weiter in die Schieße reiten, obwohl mir gesagt wird, dass das was ich tue okay und richtig ist. Aber irgendwie fühlt sich gar nichts mehr gut an. Allerdings - wer sagt, dass "richtig" auch immer gleich "gut" sein muss.

Höhepunkt dieser Woche, war ein Gespräch mit einer Dozentin über mein Arbeits- und Sozialverhalten. Ob ich gut mitarbeite, selbstständig denken kann, teamfähig bin und so weiter und so fort. Sie meinte, ich wäre in all diesen Dingen nahezu perfekt - doch gäbe es ein weiteres Kriterium, nämlich die Bewertung ob ich Spaß am Leben hätte und Freude an dem was ich tue, hätte ich für diese Sparte gerade mal eine 4 oder 5 verdient. Das traurige daran ist nicht mal, dass sie es gesagt hat, sondern, dass sie damit verdammt noch mal recht hat.

Traurig auch, dass die Menschen, die am meisten von mir fordern, auch die Menschen sind, die ihre Augen vor meinen Problemen schließen. Es ist nicht so, dass sie es nicht sehen können. Sie wollen es nicht sehen. Meine Probleme sind vielleicht auch manchmal nicht so einfach gestrickt wie die vieler Anderer. Und manchmal kann ich weder das Problem, noch den Hilferuf ausformulieren... Trotzdem. Es wird sich eben doch immernoch viel zu schnell abgewandt, wenn es um Depressionen geht. Dann zeigt auch nicht mit den Finger auf uns, wenn wir daraus unsere Konsequenzen ziehen.


Sonntag, 13. Juli 2014

Wollt nur wissen ob es dich noch gibt...

Ja, mich gibt es immernoch. Und auch mein Blog existiert noch. Schon interessant wer mich schon alles deswegen angeschrieben bzw. angesprochen hat. Noch interessanter, die Frage, ob man in meinen Zeilen schon mal drin vorgekommen ist. Es gibt niemanden den ich kenne, der noch nicht in meine Texte eingeflossen ist. Wer suchet der findet würde ich mal sagen. Wer allerdings sagt "schreib auch mal was über mich!" der scheint meine Schreibweise noch nicht zu kennen. Ihr wisst schon - alles und jeden durch den Kakao zu ziehen. Warum? Weil ichs kann. Ist mittlerweile meine Standardantwort für alles geworden. Die Lust und Hingabe mich zu rechtfertigen, scheint wohl irgendwie aufgebraucht zu sein.

Nun. Hier bin ich also wieder. Motiviert sieht anders aus. Ich habe es geschafft mich mit meinem Kopf von ihm abzuwenden; das Herz wird schon noch irgendwann Folge leisten. Sobald klar war, dass nun entgültig Schluss ist, stellen sich nun wieder die üblichen Verdächtigen in einer Reihe auf und fragen mal an, wies aussieht mit nem Käffchen oder so. Obwohl ich dafür Kopfschütteln ernte, muss ich sagen, dass dieser Zustand so begehrt zu werden total anstrengend und sogar ein wenig beleidigend für mich ist. Es strengt mich an, ein netter Mensch zu bleiben und die an mich gerichteten Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen, da diese oft nicht mit meinen überein stimmen. Beleidigend ist es deswegen, da viele anscheinend denken, ich wäre etwas Rumreichbares. Eine, die nicht gern allein bleibt und bei der man sich früh genug anmelden muss nach einer beendeten Beziehung, um auch mal "dran zu kommen".

"Die Nacht öffnet ihren Schoß
Das Kind heißt Einsamkeit
Es ist kalt und regungslos
Ich weine leise in die Zeit
Ich weiß nicht wie du heißt
Doch ich weiß dass es dich gibt
Ich weiß dass irgendwann
 irgendwer mich liebt" 

Dabei bin ich viel romantischer wie ich aussehe. Ich will nicht hören, was ich sowieso nicht glaube. Ich will letztendlich, einfach nur geliebt werden, für das was ich bin und nicht für dass was ich vielleicht sein könnte. Sei es nun ein Fehler oder einfach nur Dummheit; meine letzte Nacht habe ich wieder mit ihm verbracht. Quasi freundschaftlich, wenn man so möchte. Einfach weil ich das Gefühl hatte, dort meine Ruhe zu haben. Und - einen Menschen zu haben, den auch ICH nahe sein möchte und es nicht nur MUSS um anderen einen Gefallen zu tun. Es gibt nur wenige die mich anfassen dürfen und noch weniger, bei denen ich es genieße.

Alles Andere läuft so vor sich hin, weil es muss. In 2,5kg habe ich meine -20kg Grenze geknackt. Dazu habe ich jetzt etwas mehr wie ein halbes Jahr gebraucht. Mein Körper und ich, wir verstehen uns mitterlweile ganz gut. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Depressive KEIN Körpergefühl haben. Wir kommunizieren oft miteinander, leider sind wir uns nur in manchen Dingen eben uneinig. Eine Sache, in der wir uns beide noch nicht so Sicher sind, ist die Vermutung, dass mit meiner Schilddrüse etwas nicht in Ordnung ist. Aber die Angst, zum Arzt zu gehen und wieder mit einem neuen Wehwehchen anzurücken um von ihr augenrollend als Hypochonder dagestellt zuwerden ist bisher noch größer...


Danke für´s lesen und einen schönen Fußballabend euch allen.
Mein Tipp: Deutschland machts dieses Jahr.

Samstag, 14. Juni 2014

letztes Jahr um diese Zeit

Ich möchte nicht sagen, dass es je perfekt war, doch letztes Jahr um diese Zeit, war es besser. Besser als heute. Nach langem hin und her und stufenweiser Verabschiedung, habe ich mich nun von dir getrennt. Nicht weil ich dich nicht mehr lieben würde - ganz im Gegenteil. Sondern viel mehr, weil ich glaube, dass du mich nie geliebt hast. Vielleicht hast du es dir nur eingeredet, vielleicht hab ich es dir ja sogar eingeredet. Vielleicht ist es auch das, was du Liebe nennst...

Es gibt Menschen im Leben, die kommen und gehen. Um manche trauert man eine Weile - manche vergisst man nie. Klar, es ist noch frisch. Doch eigentlich war es zum Schluss abzusehen. Die traurige Gewissheit, dass du dich nicht für mich ändern willst - die traurige Einsicht, dass es vielleicht auch niemanden geben wird, der sich meinetwegen ändern möchte.

Ich habe deine Bilder gelöscht. Unsere Chats. Und trotzdem. Ich schaue im 10Minuten-Takt auf mein Telefon, ob du online warst. Ob du vielleicht an mich gedacht haben könntest. Ob du vielleicht geschrieben hast... Heute ist das erste Mal, an dem ich es geschafft habe, dir dabei nicht zu schreiben. Irgendein belanglosen Grund habe ich sonst immer dafür gefunden. Heute nicht. Ich dachte es würde mich stärken. Aber innerlich zerreißt es mich. Zu wissen, dass es nichts gibt was mich noch bei dir hält und dennoch das Gefühl, bei dir sein zu wollen. Würdest du JETZT vor meiner Tür stehen; ich würde dich wieder zurücknehmen. Doch. Du. Tust. Es. Nicht.

...Und ich sollte es auch nicht tun.


"Hätte ich gewusst wie schwer es ist
deine Hand los zu lassen,
hätte ich sie nie berührt."

Sonntag, 11. Mai 2014

Wie das Leben halt so läuft

Da hab ich mich doch heute erst gefragt, warum ich so schreibfaul geworden bin, was meine Blogs angeht. Als ich heute Abend dann meine geschriebene Werke der letzten 2 Wochen ausgedruckt hatte, wusste ich wieder warum: locker 10 Seiten medizinisches Blabla mit verringerten Seitenrändern und Schriftgröße 11 scheint mich dann doch ein wenig hat abstumpfen lassen... Das ist auch der Grund, warum ich meinen neuen Blog erstmal auf Eis gelegt habe - keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit.

Aber mir fliegt es ja sowieso nur zu. Doch, ist so. Hab ich mir jetzt erst wieder sagen lassen. Es liegt nicht daran, dass ich mir mein wissen tagelang an Wochenenden, während andere Heititeiti Party machen anlese, aufkommende Fragen selbst beantworte anstatt mich mit einem ja oder nein zu begnügen. Muss wohl gute genetische Disposition sein. Oder war das jetz zu fachlich? Oh. Da war ich wohl wieder etwas zu arrogant. Tschuldige. Passiert anscheinend automatisch wenn man was intelligentes raushaut.

Apropos Heititeiti. Nichts Halbes und nichts Ganzes, auch was meine Beziehung angeht. Mein noch Freund, oder nicht mehr so ganz Freund, interessiert sich so sehr für mein Gefühlsleben, dass er trotz Kenntnis über die Existenz meines Blogs nicht mal nachliest was ich mir insgeheim so denke. Mal ja, mal nein. Mal Liebe, mal bin ich nich mehr so interessant. Ach muss Liebe schön sein. Nicht.

Nächstes Thema auf der Liste. Arbeitskollegen. Ich weis das einige mitlesen und nehme stark an, dass sie sich jetzt nicht angesprochen fühlen. Würde ich eine psychologische Studie schreiben, dann müsste ich wohl den Titel "Wie sich die Menschheit erfolgreich gegenseitig ans Bein pisst" wohl etwas umformulieren. Ich bin glaube ich ein zu emotionaler Mensch, als dass ich mir dieses Schauspiel noch länger mit anschauen will. Sich gegen seitig ins Gesicht lächeln mit Küssen links und Küssen rechts - sobald aber einer den Raum verlässt, wird er hinterrücks von ner Horde Lügenwölfen zerfleischt. Hab immerhin die Küsserei abgeschafft. Ekelhaft. Will gar nicht wissen, was über mich noch so alles gesprochen wird. Dass ich nen Eingebildeter, Alkoholiker-Emo bin, weis ich ja schon. Nun kommen so langsam die Gerüchte einer weiteren Krankheit auf, da ich inzwischen 12kg abgenommen habe. Der Kurs steht ganz hoch auf Magersucht gefolgt von Drogenabhängigkeit. Spannend, spannend. Dienstag hab ich einen Gastauftritt in der Schule als quasi "Dozentin" und kann deswegen nicht. Arbeiten kommen. Unbezahlt natürlich. Bin mal gespannt was es dazu dann wieder zu lästern gibt. Kann mir schon fast denken, wie ich dann wieder spöttisch Frau Doctor genannt werde von den Kollegen, die irgendwie ein kognitives Problem zu haben scheinen. 


Genauso witzig sind die Menschen, die mich wegen meinen äußerlichen beleidigen. Von wegen Tunnels im Ohr wie nen Buschmann. Nasenpiercing wie ne Kuh. Tätowiert wie nen Knastbruder... Und paar Wochen später, sieht man die gleichen Spinner mit Piercings, Tunnels und co rumrennen. Wie hässlich und "out" doch mein Septumpiercing war. Und auf einmal laufense selbst rum wie ne "Kuh". Aber hauptsache immer erstmal schlecht machen. Ich hab es so verdammt satt. Haltet doch einfach alle euer verdammtes Maul wenn doch eh nur Scheiße bei rauskommt.

Und wenn wir schon beim zerrütteten Leben sind:
Alle Liebe zum Muttertag, Mama.

Sonntag, 20. April 2014

Frohe Ostern

"Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast des Lebens und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann. Stehe, soweit ohne Selbstaufgabe möglich, in freundlicher Beziehung zu allen
Mitmenschen. Äußere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu, auch den Geistlosen und Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte.

Meide laute und aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist.
Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest du bitter werden und dir nichtig vorkommen; denn immer wird es jemanden geben, größer oder geringer als du.

Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner eigenen Pläne. Bleibe weiter an deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie bescheiden auch immer. Sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.

In deinen geschäftlichen Angelegenheiten laß Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit.

Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und überall ist das Leben voller Heldentum.
Sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung. Noch sei zynisch was die Liebe betrifft; denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch
immer während wie das Gras.

Ertrage freundlich-gelassen den Ratschluss der Jahre, gib die Dinge der Jugend
mit Grazie auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen. Viele Befürchtungen sind Folge von Erschöpfung und Einsamkeit.

Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu dir selbst.
Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und Sterne; du hast ein Recht hier zu sein. Und ob es dir nun bewusst ist oder nicht: zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorhergesehen.

Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch von ihm hast.
Trotz all ihrem Schein, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen ist diese Welt doch wunderschön.
Sei wachsam und strebe danach, glücklich zu sein."

- Aus der alten St. Paul ́s Kirche, Baltimore 1692 -