Sonntag, 25. Januar 2015

ein bisschen Gulasch für alle


Zwischen Liebe und Hass liegen Welten. Ist das so? Sagt man das nicht eher nur so zum Anstand - so als wenn jemand niesen muss - obwohl man es gar nicht wirklich meint? Der Hass und die Liebe bedingen sich einander. Nur was man einmal geliebt hat, kann man auch hassen. Und der Grund dafür, dass man etwas hasst, ist die unerfüllte Liebe. Das passende schwarze Loch, zum passenden goldenen Schüssel. Hey, ihr findet das verwirrend? Willkommen in meinem Kopf. Ich muss mir so einen Quark den ganzen Tag "anhören". Mir kommt das ganze "Gefühls hin und her" so vor wie ein fahrender Zug. Mal wird es wahnsinnig schnell und mal wird es langsam. Manchmal steht er stundenlang an ein und dem selben Bahnhof. Und ganz oft nicht so wie erwartet... Doch der entscheidende Punkt ist doch, dass man aus Zügen auch aussteigen kann. Und manchmal hab ich auch das Gefühl ich KÖNNTE, dann kommt aber wieder der Selbstzweifel. Ist das der richtige Bahnhof? Da. Noch mehr Gedankendurchfall...

Die Nachsorge von der psychiatrischen Einrichtung hier sieht so aus, dass sie mich wie Dreck behandelt. Terminversäumnisse werden mit minutenlanger Rüge bestraft; Fragen nach Rezepten sind nur nach einem Fußkuss erlaubt UND an die Sprechzeiten müssen sich alle halten. Die Sprechzeiten werden natürlich unwillkürlich und spontan von einem Windows 95 Rechner erstellt. Ich darf für Rezeptabholungen ne Stunde warten. Bei nem Gesprächstermin warte ich locker an die 3 Stunden. Alles im Leben ist mit betteln verbunden. Für irgendjemanden musst du immer das Höschen runter lassen. Wie dem auch sei... Ich ringe nun mit den Gedanken meine Tabletten selbst nach und nach wieder abzusetzen, also quasi dann, wenn ich noch mal dieses Höllenhaus betreten müsste. Ich habe für mich jetzt eine ganz andere Entspannungsmethode gefunden, die zwar nicht bei jedem auf Gegenliebe stößt, aber mich dafür unbesiegbar macht. Zumindest gibt es MIR das Gefühl unbesiegbar zu sein. Gegen äußere wie innere Aufstände.

"das, wenn man mit jemanden viel Zeit verbracht hat und immer geglaubt hat, dass man ihm irgendwas bedeutet (...) das, wenn irgendwann der Moment kommt, wo es drauf ankommt (...) und dann ist er nicht mehr da..." Philipp Poisel

Und dann bin ich manchmal so hilflos. Ich breche wortwörtlich zusammen; verfalle in völlige Bewegungslosigkeit. Gedankenlähmung. Kein Resetknopf. Alle Gefühle der letzten Tage und Wochen kommen auf einmal hoch. Und da sind im Moment ziemlich viele dabei. Blockieren jeden klaren, vernünftigen Gedanken. Und dann kommt es zum völligen Gedanken-Gefühls-Gulasch - falsche Emotionen zu den falschen Gedanken. Jemanden den man noch vor dem letzten Augenblinzler geliebt hat, wird zum Feind. Ich frage mich, was daran die Sedierung durch den Arzt ändern könnte...

Freitag, 19. Dezember 2014

Mein beschissener Jahresrückblick 2014

Dieses Jahr mal ein bisschen früher - wird eh nich mehr viel passieren dieses Jahr. Vielleicht auch besser so.
Das Jahr fing an mit blank liegenden Nerven, Magengeschwüren und Selbstzweifeln. Und ja, wenn ich diesen Satz schreibe, muss ich schon fast schmunzeln. Standardsatz am Ende jeden Jahres.

So, wie ging es weiter? Zum Sommer hin ging ein ewiges, herzzerreißendes hin und her mit meinem on/ off Freund los.... Ich lieb ihn, ich lieb ihn nicht, ich lieb ihn, ich hasse ihn, ich lieb ihn trotzdem. Kurze Kurzfassung halt. Helene Beach war das einzig schöne diesen Sommer... Rückblickend nur leider mit den falschen "Freunden" verbracht. Aber naja. Was solls. Ein Krümelchen Scheiße mehr oder minder machts nun auch nicht mehr aus.


Kommen wir zum absoluten Höhepunkt eines Scheiß-Jahres: Im September bin ich erst in die Klapse eingewiesen worden. Viel schlimmer aber am13.10.2014 ist meine Oma gestorben. Und sie fehlt mir jeden Tag mehr. Besonders jetzt um die Weihnachtszeit wird einem bewusst, wie viele Menschen man verloren hat. Wie viel Familie weggebrochen ist. Ich träume oft von ihr oder ihrem Grab und davon das ich keine Chance hatte Abschied zu nehmen. Keiner von uns.


Im November und Dezember habe ich endlich mein langersehntes Tattoo stechen lassen. Es soll mich an etwas bestimmtes erinnern. Beide Tattoos auf meinem Rücken. Nun könnte man sagen "leb nicht in der Vergangenheit!" aber ich sage "man sollte sich schon erinnern, allerdings auch loslassen können!". Für mich steht jetzt schon fest, dass ich nach der Ausbildung mit meinem Körperprojekt weiter machen werde.


Apropos Körperprojekt. Seit fast genau einem Jahr sind nun 22kg weniger auf der Waage zu verbuchen. Tendenz weiterhin sinkend. Ich bin etwas erleichtert, da ich befürchtet hatte durch die "Macke-Medikamente" (wie sie eine Kollegin immer liebevoll nennt...) wieder stark zunehmen werde. Bis zum 31.12 dieses Jahres möchte ich die -25kg geknackt haben. Ich glaube durchaus daran, dass das funktioniert, da ich nicht der Gefahr der Weihnachtsvöllerei ausgeliefert bin. Erstens, ich muss sowieso arbeiten, zweitens, ich bin allein zuhause und drittens ich HASSE Weihnachten und werde sowieso mehr schlafen und hoffen das es bald vorbei ist.





Tja, was is mir noch aufgefallen? Achja, Ich poste bedeutend weniger. Es liest sich nicht nur so, nein es ist wirklich so, dass ich die Hoffnung so langsam verliere. Eigentlich meinte ich so stark zu sein, anderen in ähnlicher Lage Mut machen zu können. Aber mittlerweile glaube ich, dass aus meinem Blog nur noch ein Häufchen Elend geworden ist, der immer mehr verstummt.

Wie dem auch sei... Verzeiht mir meinen unterschwelligen Unmut. Lassen wir das nächste Jahr halt mal kommen. Eine frohe Weihnachtszeit euch allen und viel Glück im kommenden Jahr!

Donnerstag, 27. November 2014

Wenn du in dich gehst, dann geh nicht unbewaffnet

Frage mich manchmal, was passiert ist. Ich meine, wann habe ich aufgehört zu kämpfen? Die Krankheit zu akzeptieren ist das eine. Sich hinter ihr zu verstecken und mit ihr als "best friend forever" weiterzuleben ist etwas völlig anderes. Seit meinen letzten, etwas verärgerten Post über die "Hilfe", die man hierzulande als Borderliner bekommt, haben "wir uns" beide einfach mal gegen alles und jeden verschworen. Keiner weis wie es "uns" geht. Keiner kann "uns" helfen. Aber mittlerweile denke ich sogar, dass mir niemand helfen muss. Ich komm nicht nur klar, sondern bin der Meinung, dass alle nen Schatten haben, die mir versuchen meine Gefühle auszureden.


Das einzig positive, aber auch unberechenbare ist, dass ich seit der Dosiserhöhung meine Manien wieder habe. Zu letzt hatte ich die mit 18 oder 19. Viel kürzer als früher, aber immernoch genauso intensiv. Um es vielleicht verständlicher zu machen... Mir geht es so, dass ich basismäßig immer etwas gedrückte Stimmung habe, mich über nichts freue und auch nichts schön empfinden kann. Wenn ich in mein tiefes Loch abrutsche, vielleicht wegen einem dummen Spruch, einer scheiß Situation oder wenn mich die Vergangenheit mal wieder einholt; dann ist mit mir gar nichts mehr anzufangen. Ich bin nur noch müde, schaff es oft nicht aufzustehen. Wandere vom Bett zur Couch. Wasch mich nicht oder nur das nötigste und bin sehr nahe am Wasser gebaut. Aber jetzt kommt die Manie. Das ist wie Schmetterlinge im Bauch haben. Man freut sich, ist hibbelig, könnte jeden umarmen und abknutschen und hat tierischen Unternehmungsdrang (leider auch nen heftigen Kaufdrang ^^ ). Das ist voll schön, aber leider überrollt man in dieser Phase oft Leute die einem nahe stehen, macht Dinge die man vielleicht sonst nie gemacht hätte und bereut sie dann anschließend wieder. Trotzdem ist es wie Urlaub von einem langandauernden Kopfschmerz.

Mittlerweile habe ich die Liste der mir nahe gelegten Therapeuten weggeworfen. Ich habe WIRKLICH versucht irgendjemanden zu erreichen. "Wir rufen Sie schnellstmöglich zurück!" Fürn Arsch. Und sowas zieht mich unheimlich runter. Nicht die Depression selbst, sondern die Arschlöcher die meinen mir helfen zu können und mich damit nur noch tiefer ins Loch stürzen lassen. Ich gebs hiermit offiziell auf. Ich habe keine verdammte Aura vor meinen Phasen. Nein ich kann die Auslöser nicht vorher sehen! Und nein, ich habe keine skills entwickelt. Und auch die Tabletten würde ich sofort wieder absetzen, wenn da nicht die Manie wäre, die mich ab und zu mal auf Kosten anderer aufmuntert. Was solls, die ganze Menschheit ist egoistisch! Warum sollte ich auf meinen Spaß verzichten, damit es anderen gut geht.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Nur ein Traum

Wenn es mir nicht gelingt, tagsüber meinen Frieden zu finden, muss ich mich nachts mit meinen Problemen, verpackt in irgendwelche verqueren Alpträume, auseinandersetzen. Die letzten Tage haben mich wieder sehr an mir selbst zweifeln lassen. An meiner Wertigkeit. Aber auch an der Wertigkeit von Freundschaften. Dieses "ich bin für Dich da" versprechen, wird viel zu schnell und unüberlegt gegeben. Was heißt denn, für jemanden da sein? Ein Anruf? Eine SMS? Einfach mal zuhören? Manche schaffen es nicht mal einfach nur zu antworten.

Mein Traum letzte Nacht, fing also wie einer meiner Standardträume an. Ich bin in irgendeiner Gefahr, werde überfallen, angegriffen etc. und brauche Hilfe. Niemand ist da, keiner reagiert wenn ich anrufe und irgendwann kann ich nicht mal mehr rufen oder sprechen, da meine Stimme verstummt. Der gleiche Ablauf auch diesmal. Handy in der Hand - brauche schnell und driegend Hilfe, Nummern besetzt, Freunde gehen nicht ran. Als ich aber diesmal wieder kurz vorm Aufgeben war und mich meinem Schicksal fügen wollte (diesmal war es übrigens mit dem Auto ertrinken... Gehirn erfindet auch immer was neues ^^ ) bekam ich auf einmal einen Rückruf. 4mal hat mich die Nummer schon versucht anzurufen. Ich gehe ran - und es ist jemand, den ich nicht versucht habe zu erreichen, der aber an mich gedacht hat und irgendwie wusste dass ich in Schwierigkeiten stecke. Mit den Worten "...Keine Angst, ich hol dich da raus" bin ich vor Schreck, aber trotzdem noch schweißgebadet, aufgewacht. Das ist mir ja noch nie passiert - ein "Held" in meinen Traum. Jemand, der an mich gedacht hat und mir hilft. Jemand, der außerhalb der Traumwelt, wahrscheinlich kein so toller Held war/ ist. Und ich bin mir fast sicher, dass wir uns heut Nacht beide im Traum begegnet sind.

Ich nehme mir meine Träume immer sehr zu Herzen, aber einen Lösungsversuch für meine Probleme außerhalb der Traumwelt hab ich bisher noch nicht bekommen. Egal warum oder durch was; das Ganze hat mir etwas Kraft gegeben heut Nacht. Seit fast genau einer Woche stecke ich, trotz Medikamenten, wieder in einer Tief-Phase. Ich weis genau was der Auslöser war, trotzdem hilft es mir nicht dabei, durch logisches Denken aus meiner Depriphase herauszukommen. Die aktuellen Ereignisse helfen mir leider auch nicht wirklich dabei.


Vielleicht finde ich irgendwann meinen Alltags-Helden,
der mich auch in der realen Welt "da raus holt".

Freitag, 10. Oktober 2014

Geburtstags-Spendenkonto

Da ich schon seit Jahren vor habe, mein klägliches Tattoo zu erweitern, es aber mit meinem noch kläglicherem Helfergehalt nie geschafft habe, möchte ich es dieses Jahr nun endlich in die Hand nehmen. Dieses Jahr, war ein absolutes Scheißjahr. Viel kacke passiert. Und trotzdem durchgehalten. Dafür möchte ich mich zu meinem Geburtstag mit dem lang ersehnten Tattoo belohnen, um das ich genauso gekämpft habe.

Daher mein Gedanke, ein Geburtstags-Tattoo-Spenden-Konto einzurichten. Anstatt Blumen, Süßigkeiten oder Geburtstagskarten, würde ich mich über eine kleine Spende freuen. Die Höhe ist dabei absolut Wurst. Wie sagt man so schön....? Jeder Euro zählt.


Mein Geburtstags-Spenden Konto:
anja-kollert@freenet.de
via Paypal

Vielen Dank im Voraus!!